Metallarbeitgeber in der Region Südbaden warnen vor Scheitern der Handelsgespräche mit Großbritannien

Wilcken: "Den durch die Corona-Krise ohnehin schon gebeutelten Unternehmen darf durch einen "harten Brexit" nicht noch ein weiterer schwerer Schlag versetzt werden"

Erstellt am: 23.07.2020

Freiburg – Die Metallarbeitgeber in der Region Südbaden warnen erneut vor einem Scheitern der laufenden Handelsgespräche zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Großbritannien hat die EU zwar bereits Ende Januar verlassen, ist aber noch bis Jahresende Mitglied des Binnenmarkts und der Zollunion. „Gelingt bis zum Ende der Übergangsphase kein Handelsvertrag, würde es 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen“, sagte der Geschäftsführer in der Bezirksgruppe Freiburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Stephan Wilcken, in Freiburg: „Die Bremswirkung auf den Außenhandel würde insbesondere die für unsere Wirtschaft so bedeutsame exportorientierte Metall- und Elektroindustrie treffen. Es muss unbedingt verhindert werden, dass den durch die Corona-Krise ohnehin schon gebeutelten Unternehmen durch einen „harten Brexit“ ein weiterer schwerer Schlag versetzt wird.“

 

Das Vereinigte Königreich sei für die heimische Metall- und Elektroindustrie seit Jahren ein wichtiger Exportmarkt, erläuterte Stephan Wilcken. „Die Handelsbeziehungen auf beiden Seiten des Kanals müssen deshalb so eng wie möglich gestaltet werden, um unseren Unternehmen auch künftig einen unkomplizierten Marktzugang zu erlauben“, forderte er. Wenn die Briten den EU-Binnenmarkt und die Zollunion zum Jahresende ohne Folgeabkommen verließen, wäre dies für alle Seiten das schlechteste Ergebnis. „Dann würden die Unternehmen nicht nur mit Zöllen und erheblicher Zollbürokratie belastet. Durch die Verzögerungen an den Häfen aufgrund der dann notwendigen Zollabfertigungen würden auch sorgfältig abgestimmte Lieferketten zerstört“, machte er klar.

 

Dies gelte es auf jeden Fall zu verhindern, unterstrich der Bezirksgruppen-Geschäftsführer: „Die deutsche Bundesregierung sollte das Handelsabkommen deshalb ganz oben auf die Agenda ihrer seit 1. Juli laufenden halbjährigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft setzen. In einem wahren Verhandlungs-Marathon müssen nun alle Möglichkeiten für einen Kompromiss mit den Briten ausgelotet werden.“ Viel Zeit bleibe nicht mehr, da ein Handelsabkommen auch noch durch die Parlamente abgesegnet werden müsste, so Stephan Wilcken. Bis Oktober oder allerspätestens Anfang November müsste deshalb ein Abkommen stehen, damit es noch rechtzeitig vor Ablauf des Jahres ratifiziert werden könnte.

 

Info: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist einer der größten industriellen Arbeitgeber­verbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von rund 1.000 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie mit fast 500.000 Beschäftigten. Die Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut über 70 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 23.000 Beschäftigten.

 

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Datum: 20.9.2020

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