Pressemitteilung der IHK Südlicher Oberrhein vom 09.07.2020

Erstellt am: 10.07.2020

Geballtes Wissen ganz nach Bedarf
Acht Wirtschaftsinstitutionen und Bildungsträger gründen gemeinsame Plattform "SkillsHUB".
Bildungsangebote zu digitalen Kompetenzen gibt es viele. Hier den Überblick zu bewahren, ist nicht ganz leicht, geschweige denn ein passendes Angebot zu finden. In der Ortenau haben sich nun acht Wirtschaftsinstitutionen und Bildungsträger zusammengeschlossen, um ihre Angebote zu bündeln und zukünftig noch besser dem Bedarf der Unternehmen in der Region anzupassen.

Bildquelle: Michael Bode für SkillsHUB – das ist geballte Wirtschaftskraft für zukunftsfähige Ortenauer Unternehmen (v.l.): Viktor Roller, Agentur für Arbeit Offenburg; Thomas J. Weber, Gewerbe Akademie; Dirk Schäfer, Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft; Prof. Dr. Thomas Breyer-Mayländer, Hochschule Offenburg; Dr. Steffen Auer, IHK Südlicher Oberrhein; Horst Sahrbacher, Agentur für Arbeit Offenburg; Dominik Fehringer, WRO; Roswitha Mühl, IHK-BildungsZentrum Südlicher Oberrhein; Stephan Wilcken, Südwestmetall.

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Pressemitteilung Nr. 38/2020
09.07.2020

„Das ist eine einmalige Kooperation, das hat es in der Ortenau noch nie gegeben“, sagte IHK-Präsident Dr. Steffen Auer im Rahmen des Launches am heutigen Donnerstag. Entsprechend des konkurrenzlosen Gemeinschaftsgedankens steht auch keiner der acht Partner – neben der IHK Südlicher Oberrhein die Agentur für Arbeit Offenburg, das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft, die Gewerbe Akademie der Handwerkskammer, die Hochschule Offenburg, das IHK-BildungsZentrum Südlicher Oberrhein, Südwestmetall und die WRO – im Vordergrund. Stattdessen hat das Netzwerk einen eigenen Namen erhalten: SkillsHUB. Passend dazu gibt es den Internetauftritt www.skillshub.de. Auf der Plattform finden sich aktuell mehr als 200 Schulungen und Seminaren der Partner, zudem Informationen über Fördermöglichkeiten sowie Kontaktdaten zu zwei Beraterinnen.
SkillsHUB ist nicht, wie sich vermuten ließe, eine Entwicklung, die die Corona-Pandemie auf den Weg gebracht hätte. Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, hatte bereits 2018 die Idee zu einer gemeinsamen Bildungsinitiative in der Ortenau, um Führungskräfte und Arbeitnehmer auf die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, vorzubereiten. Mit dieser Idee ging er auf IHK-Präsident Auer zu, die anderen Partner folgten. „Es gibt Studien, die besagen, dass ein Drittel der Arbeitsplätze in unserer Region bereits jetzt durch Maschinen ersetzt werden könnte“, nannte Sahrbacher den Anstoß für SkillsHUB. „Qualifizierung und lebenslanges Lernen sind also das Gebot der Stunde. Denn nur so sind wir in der Ortenau weiterhin zukunftsfähig.“
Geht es jedoch darum, passende Angebote zu finden, können sich Fortbildungswillige schnell im Wust der Anpreisungen verlieren. „Wenn Sie die Kombination ,Digitalisierung‘ und ,Weiterbildung‘ googeln, erscheinen mehr als 16 Millionen Einträge“, legte Dirk Schäfer, Berater Digitalisierung und Produktmanagement beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft, dar. Natürlich klinge im Vergleich dazu die Anzahl von 200 Schulungen und Seminaren auf der SkillsHUB-Plattform nicht viel. Schäfer: „Aber wenn es ganz genau passt, reichen 200 vollkommen aus.“
Und genau das ist ein weiteres Ziel des neuen Netzwerks: Nicht nur die Angebote bündeln, sondern neue am Bedarf der hiesigen Unternehmen entwickeln. So wird das IHK-BildungsZentrum Südlicher Oberrhein ab September den Kurs „Fachkraft für Industrie 4.0“ anbieten. Roswitha Mühl, Leiterin des IHK-BildungsZentrums: „Die Wertschöpfungsketten in den Unternehmen haben sich radikal verändert. In unserem Kurs lernen die Teilnehmer, diese digitale Transformation zu verstehen, zu gestalten und umzusetzen.“
Dass die Digitalisierung inzwischen in allen Bereichen angekommen ist, erzählte Thomas J. Weber, Abteilungsleiter Weiterbildung und Marketing bei der Gewerbe Akademie. „Den Dachdecker, der mit der Drohne Schäden sucht, oder den Schreiner, der die neue Küche am Rechner in 3-D visualisiert, kennen wir schon lange. Nun bieten wir einen Kurs, der für uns alle beim Zahnarzt den unangenehmen Zahnabdruck mit Abdrucklöffel und Abdruckmasse ersetzt – die CAD-/CAM-Fachkraft Zahntechnik macht es möglich.“ Im Handwerk gebe es 120 Berufsfelder. In manchen beginne die Digitalisierung erst jetzt. Weber: „Aber letztendlich kann sich da keiner rausnehmen.“
In diesem Punkt gab es Zustimmung von Stephan Wilcken, Geschäftsführer von Südwestmetall. „Die Weiterbildung im Bereich der Digitalisierung ist nicht nur in der Metall- und Elektroindustrie, die ich vertrete, ein Thema, sondern eben auch im Handwerk oder in der Verwaltung.“ Mit Blick auf die aktuelle Situation appellierte er an die Arbeitgeber: „Das soll nicht zynisch klingen, aber die Zeit ist gut für Fortbildungen. Durch die Kurzarbeit entstehen derzeit eben nicht viele Fehlstunden trotz größerer Bildungsmaßnahmen. Das sollten die Unternehmen unbedingt nutzen.“ Dieser Aufforderung schloss sich Dominik Fehringer, Geschäftsführer der WRO, an: „Für die Unternehmen in der Region ist die momentane Situation Herausforderung und Chance zugleich. Und die Weitertbildungen in Sachen Digitalisierung können in den Betrieben zu einem Innovationssprung führen. Gerade für den hiesigen Mittelstand.“ Zudem gibt es, erklärte Viktor Roller, Teamleiter Arbeitgeber-Service bei der Agentur für Arbeit Offenburg, verschiedene Fördermöglichkeiten. „Auch dazu bietet die neue Plattform www.skillshub.de detaillierte Informationen, von der Qualifizierungsoffensive ,Weiterbildung‘ bis zum Aufstiegs-BAföG.“
Und auch für Arbeitnehmer mit Studienabschluss ist lebenslanges Lernen inzwischen unbedingt erforderlich. „Denn was passiert sonst mit den Leuten, die vor 20 Jahren ihr Studium beendet haben?“, fragte Prof. Dr. Thomas Breyer-Mayländer, Prorektor Marketing und Organisationsentwicklung an der Hochschule Offenburg. Für sie gibt es die Black Forest Business School und das Institut für wissenschaftliche Weiterbildung. Auch diese Angebote finden sich auf der SkillsHUB-Plattform.
„SkillsHUB bietet durch unsere Kooperation das Rundum-Sorglos-Paket für die Unternehmen in der Region“, warb Sahrbacher abschließend noch einmal für den neuen Dienst. „Mit dem Digitalisierungscheck der IHK können die Betriebe schauen, wo sie stehen in Sachen Digitalisierung. Über die Verbundmanagerinnen können sie sich beraten lassen. Informationen zur Förderung gibt es von der Agentur für Arbeit. Alles auf einer Plattform, neben der stets aktuellen Liste der Angebote. Und wenn die richtige Schulung nicht dabei ist, können die Betriebe uns ihren Bedarf mitteilen. Wir werden die Angebote ständig am Bedarf der Wirtschaft weiterentwickeln.“

 

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Datum: 20.9.2020

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