Metallarbeitgeber in der Region Südbaden fordern rasche Einigung auf europäisches Konjunkturprogramm

Wilcken: "Unsere exportorientierte M+E-Industrie kann sich nur erholen, wenn auch die anderen EU-Mitgliedstaaten rasch wieder auf die Beine kommen"

Erstellt am: 16.06.2020

Freiburg – Nachdem die Bundesregierung mit der Umsetzung wichtiger Teile des nationalen Konjunkturpakets begonnen hat, muss das europäische Konjunkturprogramm nach Auffassung der Metallarbeitgeber in der Region Südbaden nun ebenfalls zeitnah in die Spur gebracht werden. „Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in unserer Region sind stark exportorientiert, und Europa ist dabei ihr größter Auslandsmarkt“, sagte der Geschäftsführer in der Bezirksgruppe Freiburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Stephan Wilcken in Freiburg: „Deshalb kann es eine durchgreifende Erholung unserer heimischen Industrie nur geben, wenn auch die anderen EU-Mitgliedstaaten rasch wieder auf die Beine kommen.“

 

Darum sei es entscheidend, dass sich die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten nun rasch auf ein europaweites Konjunkturprogramm verständigten, so Stephan Wilcken: „Wir brauchen hier spätestens im Juli eine Einigung. Denn die Zeit drängt. Wenn der tiefen Wirtschaftskrise auf EU-Ebene nicht bald ein ambitioniertes Konjunkturpaket entgegengesetzt wird, droht sich die Rezession zu verfestigen.“ Die Industrieproduktion in der EU ist im April – dem aktuellsten Berichtsmonat – um satte 27,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. „Das zeigt die ganze Dramatik der Situation“, unterstrich der Arbeitgebervertreter. Der Vorschlag der EU-Kommission für ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro sei eine gute Basis für die anstehenden Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs, sagte er: „Wenn wir damit die Auslandsmärkte in Europa wieder flott bekommen, ist das gut angelegtes Geld.“

 

Wichtig sei, dass die finanziellen Mittel nun möglichst schnell an die bedürftigen Staaten und Branchen fließen könnten, sagte Stephan Wilcken: „Klar ist natürlich, dass die EU-Kommission dabei immer darauf achten muss, dass die Hilfsgelder auch zweckmäßig verwendet werden. Allerdings darf die Kommission den Fokus dabei nicht nur einseitig auf Zukunftsbranchen legen. Die Gelder müssen auch in die Wirtschaftszweige fließen, in denen derzeit die meiste Beschäftigung stattfindet. Ansonsten hätte das Programm keinen wirklich durschlagenden Wachstumseffekt.“

 

Info: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist einer der größten industriellen Arbeitgeber­verbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von rund 1.000 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie mit fast 500.000 Beschäftigten. Die Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut über 70 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 23.000 Beschäftigten.

 

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Datum: 20.9.2020

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