Roth: "Von den USA ausgelöste internationale Handelskonflikte und Brexit-Unsicherheiten belasten das Exportgeschäft"

Südwestmetall-Mitgliederversammlung: Bezirksgruppen-Vorsitzender warnt vor wachsenden Konjunkturrisiken

Erstellt am: 03/21/2019

FREIBURG – Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Freiburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Michael Roth, hat vor wachsenden Konjunkturrisiken für die heimische Metall- und Elektroindustrie (M+E) gewarnt. „Die maßgeblich von den USA ausgelösten internationalen Handelskonflikte, aber auch die Risiken im Zusammenhang mit dem Brexit belasten verstärkt das Geschäft der exportorientierten M+E-Industrie in der Region Freiburg“, sagte Roth am Mittwoch bei der Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe in Freiburg.

 

„Sollten die laufenden Verhandlungen der EU mit den USA über den Abbau von Industriezöllen scheitern und US-Präsident Trump seine Drohung von Zöllen auf europäische Autoimporte wahrmachen, würde sich die konjunkturelle Großwetterlage noch einmal deutlich verdüstern“, erklärte der Freiburger Bezirksgruppen-Vorsitzende: „Ähnliches gilt für den weiterhin drohenden Fall eines chaotischen ‚No-Deal-Brexit‘, also eines Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU ohne Übergangsabkommen. Großbritannien ist für die baden-württembergischen Unternehmen immerhin bislang der drittgrößte Exportmarkt in der EU.“

 

Angesichts dieser geopolitischen Risiken sei es nun höchste Zeit, dass die Politik den heimischen Wirtschaftsstandort wetterfest mache, sagte Roth: „Doch leider erleben wir im Moment das genaue Gegenteil. Statt auf wachstumsfördernde Investitionen zu setzen, scheint es der Großen Koalition in erster Linie nur um Umverteilung zu gehen.“ Die Regierenden hätten offensichtlich  vergessen, dass sich das Land international in einem harten Standortwettbewerb befinde. „Andere Länder haben enorm aufgeholt, Deutschland aber hat zuletzt spürbar an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt“, bemerkte er.

 

Anstatt weiter an einer Rundum-Sorglos-Sozialpolitik zu basteln, sollte die Regierung deshalb nun verstärkt wachstumsfördernde Reformen in den Mittelpunkt ihrer Politik rücken, forderte Roth. Teil eines solchen Reformpakets müsse unbedingt eine Neugestaltung der veralteten Arbeitszeitregeln sein. „Starre tägliche Höchstarbeitsgrenzen oder eine zusammenhängende Ruhezeit von elf Stunden passen einfach nicht mehr zu den Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft“, erklärte er. Mehr Spielraum und Verantwortung in den Händen von Unternehmen und Beschäftigten schafften für beide Seiten Freiräume. „Diese brauchen und wollen im Übrigen beide: Das Unternehmen, das einen Auftrag kurzfristig abzuarbeiten hat, um den Kunden zu halten. Und der Arbeitnehmer, der lieber an einem Tag mal länger arbeitet, um am nächsten Tag mehr Zeit für die Familie zu haben.“

 

Deshalb begrüßten die Arbeitgeber auch die von der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion vorgeschlagene Bundesratsinitiative für ein flexibleres Arbeitszeitrecht, sagte Roth: „Wir würden uns wünschen, dass sich die gesamte grün-schwarze Regierungskoalition dieses Projekt zu eigen macht und zeitnah eine Bundesratsinitiative in Berlin startet.“ Immerhin hätten Grüne und CDU in ihrem Koalitionsvertrag versprochen, „vorhandene Hürden“ im Arbeitszeitrecht abzubauen, um den „Flexibilitätsanforderungen“ Rechnung zu tragen. „Jetzt ist es Zeit, zu liefern“, sagte der Arbeitgebervertreter.

 

Bei der Mitgliederversammlung standen die turnusgemäßen Wahlen des Vorstandes an. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt: Michael Roth, Geschäftsführer der Firma HEKATRON Technik GmbH in Sulzburg und Vorsitzender der Bezirksgruppe, Herr Pascal Schiefer, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Carl Leipold GmbH, Wolfach und Dr. Joachim Schondelmaier, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Schondelmaier GmbH Presswerk, Gutach.

 

Info: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist einer der größten industriellen Arbeitgeber­verbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von rund 1.000 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie mit fast 500.000 Beschäftigten. Die Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut über 70 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 23.000 Beschäftigten.

 

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Datum: 18.6.2019

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