Wilcken: "Die Arbeitswelt wird sich tiefgreifend verändern. Der Weiterbildung kommt deshalb eine zentrale Rolle zu."

Südwestmetall: Metall- und Elektroindustrie in der Region vor großen Herausforderungen im Zuge von Digitalisierung und E-Mobilität

Erstellt am: 07/12/2019

FREIBURG – Die Metall- und Elektroindustrie in der Region Südbaden steht im Zuge der Digitalisierung und dem Wechsel zu neuen Antriebsformen wie der Elektromobilität vor großen Herausforderungen. „Das wird auch die Arbeitswelt tiefgreifend verändern“, sagte der Geschäftsführer in der Bezirksgruppe Freiburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Stephan Wilcken, am 10.07.2019 in Freiburg: „Im Zuge der Transformation unserer Industrie werden sich viele Aufgabenbereiche stark verändern. Es werden Jobs wegbrechen, gleichzeitig werden neue entstehen. Die Weiterbildung bekommt in diesem Strukturwandel eine zentrale Bedeutung. Sie ist der Schlüssel zur Fachkräftesicherung und zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit jedes Einzelnen.“

 

Deshalb haben sich die Metallarbeitgeber und weitere Wirtschaftsverbände jüngst gemeinsam mit dem Bund, den Ländern, den Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit (BA) darauf verständigt, im Rahmen einer Nationalen Weiterbildungsstrategie ihre Anstrengungen für Weiterbildung und Qualifizierung zu bündeln. „Insbesondere sollen auch kleine und mittlere Unternehmen verstärkt unterstützt werden, die keine großen Personalabteilungen haben, um Weiterbildungskonzepte zu entwickeln“, sagte Wilcken: „In Baden-Württemberg wurde dazu jüngst gemeinsam vom Wirtschaftsministerium, der Regionalagentur Baden-Württemberg der BA sowie von Südwestmetall und Südwesttextil das Pilotprojekt Qualifizierungsverbünde gestartet.“

 

Der Arbeitgebervertreter lobte in diesem Zusammenhang auch das neue Qualifizierungschancengesetz. Wenn bei Unternehmen Geschäftsmodelle wegbrechen und Produktionsprozesse umgestellt werden, kann die BA nun Weiterbildungsmaßnahmen von Beschäftigten bezuschussen, die durch die Qualifizierung weiterhin eine Perspektive im Unternehmen haben.

 

Kritischer sieht Wilcken den Vorschlag der Gewerkschaft IG Metall für ein sogenanntes Transformations-Kurzarbeitergeld. Beschäftigte sollen bei Wegbrechen von bisherigen Geschäftsmodellen oder Aufgabenbereichen im Betrieb weiterqualifiziert werden und in dieser Zeit von der BA bis zu 24 Monate ein Transformations-Kurzarbeitergeld erhalten. „Auch wenn überhaupt nicht klar ist, ob sie danach im Betrieb weiterbeschäftigt werden können. Hier besteht die Gefahr, dass mit einem hohen finanziellen Aufwand versucht wird, einen Status-quo in den Unternehmen zu erhalten, der an einer wettbewerbsfähigen Ausrichtung der Unternehmen vorbeigeht.“ In dieser Form sei der Gewerkschaftsvorschlag deshalb abzulehnen, befand der Bezirksgruppen-Geschäftsführer: „Stattdessen sollte man jetzt erst einmal Erfahrungen mit dem Qualifizierungschancengesetz sammeln und die bestehenden Kurzarbeitergeldregelungen auf etwaige Anpassungsnotwendigkeiten hin überprüfen.“

 

Info: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist einer der größten industriellen Arbeitgeber­verbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von rund 1.000 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie mit fast 500.000 Beschäftigten. Die Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut über 70 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 23.000 Beschäftigten.

 

Ansprechpartner:

Stephan Wilcken
Geschäftsführer
Südwestmetall
Bezirksgruppe Freiburg
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79104 Freiburg
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Fax:       0761 38669-50
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E-Mail: 
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Datum: 20.8.2019

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